Pflanze des Monats Dezember 2016

Mit uns blüht Ihnen was…

Camellia sasanqua – die Weihnachts-Kamelie

Gerade in der sonst so dunklen und trüben Jahreszeit sorgen ausgefallene Blütengehölze für allgemeines Aufsehen und Begeisterung. Camellia sasanqua, allgemein bekannt als die Herbst- oder auch Weihnachts–Kamelie, wächst strauchartig und gut verzweigt, zeigt aber auch als Stamm gezogen ihren besonderen Charme. Die Belaubung ist immergrün, das Blatt breit-elliptisch, dunkelgrün glänzend mit einem gesägten Rand. Camellia sasanqua ist eine extrem pflegeleichte und gut frostharte Zierpflanze, die auch besonders als Kübelpflanze geeignet ist. Der Reiz der Camellien ist neben der attraktiven dunkelgrünen Belaubung vor allem die einzelne Blüte. Ein besonderes Highlight ist eine an einem Solitärstandort auf dem Rasen im Scheinwerferkreis einzeln stehende Pflanze anmutig umgeben von einem Teppich gefallener Blütenblätter.  

Frühblüher wie Lonicea x purpusii oder Chimonanthus praecox mit dezenter, zurückhaltender Blühwirkung sind gute Ergänzungen zu Sasanquas. Camellia sasanqua und ihre Sorten vertragen volle Sonne, ihre Blüten duften leicht und sie erscheinen schon im Herbst ab Ende November statt, wie sonst bei Kamelien üblich, im Vorfrühling. Camellien können problemlos zurückgeschnitten werden, wenn sie für den vorgesehen Platz zu groß werden. Ein gut durchlässiger, feuchtigkeitshaltender, leicht sauer Boden ist von Vorteil und begünstigt den Blütenknospenansatz.  

Camellien haben in Japan und China eine lange Geschichte und wurden vorrangig nicht aus dekorativen, sondern aus praktischen Gründen angebaut. Die Blätter wurden traditionell verwendet, um Tee daraus zu machen. Aus den Samen oder Nüssen wurde Teesamen-Öl hergestellt, welches unter anderem für die Beleuchtung, als Schmiermittel, zum Kochen oder auch für kosmetische Zwecke benutzt wurde. Teesamen - Öl hat einen wesentlich höheren Heizwert als jedes andere in Japan erhältliche Speiseöl. Camellia sasanqua wurde von Carl Peter Thunberg (1743-1828), einem schwedischen Arzt, Botaniker und Protegé von Linnaeus, benannt. Thunberg besuchte Japan von 1775 bis 1778, während er im Dienste der Dutch East India Company stand. Viele der Pflanzen, die er dort sah, beschrieb er in seiner Flora Japonica, die im Jahre 1784 veröffentlicht wurde. Weitere Kamellien–Arten wie die seltene Camellia reticulata wurden unter anderem im Jahre 1820 durch Kapitän Richard Rawes von der East India Company aus China in die westliche Welt gebracht. Es war eine Pflanze, die wegen ihrer Seltenheit und Kosten einer Elite wie der Aristokratie vorbehalten war. Die Gattung Camellia umfasst über 200 Arten, einschließlich Camellia sinensis (Tee). 1869 importierten niederländische Händler die ersten Exemplare von Camellia sasanqua nach Europa. Diese Art war bis dahin in den westlichen Ländern nicht bekannt. Neben der Art Camellia sasanqua sind mittlerweile auch einige besonders exklusive Sasanqua-Sorten im Handel erhältlich:

  • ‚Cleopatra‘: Blüte rosa, halb-gefüllt
  • ‚Hino de Gumo‘: Blüte weiß, einfach mit rosa Rand
  • ‚Kanjiro‘: Blüte dunkelrosa, leicht gefüllt
  • ‚Yuletide‘: Blüte rot, einfach mit gelben Staubgefäßen