Pflanze des Monats Dezember 2017

Herbstfärbung mit Teehaus - Ginkgo biloba – Ginkgobaum

Der Ginkgo oder Ginko (Ginkgo biloba) ist eine in China heimische, heute weltweit angepflanzte Baumart. Er ist der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Natürliche Populationen sind nur aus den Grenzgebieten der Provinzen Anhui, Guizhou und Zhejiang im Südwesten Chinas bekannt. In Ostasien wird der Baum wegen seiner essbaren Samen oder als Tempelbaum kultiviert. Er wurde um 1730 von holländischen Seefahrern aus Japan nach Europa gebracht. Erstmalig wurde er im Botanischen Garten von Utrecht gepflanzt und fand seitdem vor allem in Parkanlagen Verwendung. Sein Name stammt ursprünglich vom chinesischen Wort "ginkyo" ab, das übersetzt Silberaprikose heißt.

Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends. Er kann 1000 Jahre und älter werden und Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Ginkgo sind erstaunlich windfest, resistent gegen Luftverschmutzung und werden in Europa nicht von Krankheiten befallen. Ältere Bäume entwickeln auf der Unterseite starker Äste, aber auch am Stamm, wurzelartige, zitzenförmige Auswüchse, die meterlang werden können. Man nennt diese luftwurzel¬ähnlichen Gebilde, die auch ein wenig an die Stalaktiten der Tropfsteinhöhlen erinnern, "Tschitschi". Über ihre Bedeutung ist bisher wenig bekannt. Da sie senkrecht zum Erdboden wachsen, könnten es "Überbleibsel" stützwurzel¬ähnlicher Organe von längst ausgestorbenen Ginkgo-Arten sein, die in sumpfigen Wäldern beheimatet waren. Das prähistorischer Baumrelikt zählt weder zu den Nadelgehölzen noch zu den bedecktsamigen Blütenpflanzen, sondern nimmt eine Sonderstellung ein. Nach einer weit verbreiteten Meinung[5] haben die Fächerblätter ihre charakteristische Gestalt aus zusammengewachsenen Nadeln während ihrer Entwicklungsgeschichte geerbt. Das ist aber unwissenschaftlich und weder anatomisch, noch entwicklungsbiologisch oder evolutionär belegbar. Meist werden Ginkgos jedoch den Nadelgehölzen zugeordnet, da sie diesen entwicklungsgeschichtlich näher stehen. Die Bätter der Pflanze enthalten Flavonide und werden heute pharmazeutisch genutzt.

Gingo biloba (auch: Ginkgo biloba) ist gleichzeitig auch der Titel eines Gedichtes über das zweigeteilte (lateinisch: biloba) Blatt eines Gingko - Baumes, das Johann Wolfgang von Goethe im September 1815 schrieb und 1819 in seiner Sammlung West-Östlicher Diwan veröffentlichte. Das Gedicht ist Goethes später Liebe, Marianne von Willemer, gewidmet und stellt das Ginkgoblatt aufgrund seiner Form als Sinnbild der Freundschaft dar. Der Brief mit dem Gedicht, dem Goethe zwei Ginkgo-Blätter beilegte, ist heute im Goethe-Museum Düsseldorf zu sehen. Es ist überliefert, dass Goethe die zweigeteilten Blätter des Ginkgo betrachtete und über deren Form sinnierte. Um das Jahr 1815 pflanzte der Weimarische Hofgärtner Johann Conrad Sckell auf Goethes Geheiß in Weimar einen Gingko hinter dem Fürstenhaus in der heutigen Puschkinstrasse an, der sich dort noch immer befindet. Er gilt mit über vier Metern Stammumfang als eines der ältesten Exemplare Europas.

Sicher hätte Goethe zu Lebzeiten auch das romantische Teehaus im Rhododendronpark der Baumschule Bruns in Gristede im Angesicht herbstlicher Ginkgo-Blätter für ein verschwiegenes Rendezvouz zu Weihnachten mit seiner späten Liebe Marianne von Willemer gut gefallen.