Pflanze des Monats September 2017

Hochsommer in Höchstform – Prachtstauden in Vollendung

Ein herrlicher Spätsommertag ist ohne sie fast undenkbar: Prachtstauden mit üppigen Blütenflor in allen denkbaren Farbnuancen verwandeln jeden Garten in ein wahres Blütenmeer. Prachtstauden wie der Gewöhnliche Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), Stauden-Phlox (Phlox paniculata), Astilben (Astilbe taquetii) und der Schein- oder Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) geben ihrem Namen alle Ehre und lieben sonnige Plätze. Sie benötigen einen offenen, nährstoffreichen Boden, um optimal gedeihen zu können. Knallige Farben, imposante Größe und eine lange Blütezeit, das sind nur einige der wesentlichen Merkmale dieser Pflanzengruppe. Bei einer geschickten Gartenplanung in einer Kombination wie zum Beispiel mit weißen Rispenhortensien (Hydrangea paniculata-Sorten), Hosta und filigranen Gräsern lassen sich damit spannende und immer wieder überraschende Gesamtbilder gestalten.

Übrigens: Aufgrund seiner entzündungshemmenden Bestandteile hat der Schein- oder Purpur-Sonnenhut auch als Heilpflanze eine große Bedeutung. Echinacea purpurea stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die erste Darstellung der Pflanze erfolgte durch den Professor für Botanik Robert Morison in Oxford. Morison nannte die Pflanze etwas umständlich „Dracunculus Virginianus latifolius petalis florum longissimis purpurascentibus“. Die Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Echinacea erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum. Erst durch den deutschen Apotheker und Chemiker Conrad Moench erhielt die Pflanze im Jahr 1794 ihren noch heute gültigen Namen „Echinacea purpurea“ – zu Deutsch „Purpur-Sonnenhut“. Der Name Echinacea leitet sich von dem griechischen Wort „echinos“ (Igel) ab.

Unter den indigenen Völkern galt er in vielen Bundestaaten der USA für lange Zeit als bewährtes Heilmittel. In der traditionellen Medizin der Indianer war Echinacea das Heilmittel schlechthin und wurde bei fast jeder Erkrankung gebraucht. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten auch die weißen Siedler die Heilkraft der Pflanze. Seine Wirkstoffe werden heute weltweit in verschiedenen Arzneien zur Unterstützung bei Atemwegs- oder Harnwegs-Infekten sowie zur Stärkung des Immunsystems verarbeitet.

Mit Prachtstauden lassen sich in vielen Gärten spannende Akzente setzen, ob im Staudenbeet, in Gehölzunterpflanzungen oder in Pflanzgefäßen. Als Leitstauden bestimmen Solitär- und Prachtstauden die Hauptstruktur des Beetes, indem sie als roter Faden das Konzept des Gartens widerspiegeln.

Doch nicht nur im Garten bezaubern uns diese Stauden, die meisten eignen sich auch für den Vasenschnitt und versprühen ihre prächtige Wirkung auch in üppigen, spätsommerlichen Blumensträußen.